druckkopf

Grenzenlos wandern
Etappen
100 Jahre bayerische Republik
 
gegangen: 20.06.2018
Wegkarte und Höhenprofil
Uffing-Eschenlohe
ges. 16 km, 4 Stunden, flache Etappe
5,2 Std, 21 km, 121 ↑↓137 Hm
 
Beginn: München Feldherrenhalle: Ort des missglückten Hitlerputsches (hist. Foto, 8./9.11.1923)
neben der Feldherrenhalle an der Residenz den Löwen die Pfoten streicheln, damit einem das Glück auf dem weiteren Weg hold ist. Danach durch die „Drückebergergasse“  (Viscardigasse) - für Nicht-Münchner: hier konnte man im „Dritten Reich“ ohne den Deutschen Gruß vor der Feldherrenhalle zeigen zu müssen von der Residenz- in die Theatinerstrasse wechseln – zum Hauptbahnhof. Von diesem fahren im Stundenrhythmus vom Starnberger Bahnhof aus immer zur halben Stunde  Züge Richtung Garmisch/Reute/Innsbruck.

Nach einer ¾ Stunde in Uffing aussteigen und rechts der Bahnhofstrasse folgen. Nach der Bahlsen-Grundschule (linker Hand, der vom Leipniz Keks) kommt vor der Kurve auf der rechten Seite ein leerstehendes Haus aus Tuffstein. Das ist der ehemalige Feriensitz der Münchner Verlegerfamilie Hanfstaegl in dem Hitler nach seinem gescheiterten Putschversuch von 1923 von Dorfschandis am 11.11.1923 verhaftet und in die Festung Landsberg verbracht wurde. Diese Flucht ging zwar in die Hose, aber in der Festung Landsberg konnte sich der Herr nach dem milden Urteil ganz auf seine Tirade „Mein Kampf“ konzentrieren. Die politischen Gegner wurden da schon deutlich kräftiger abgestraft.

Weg und Ziel.
Hanfstaegl-Haus in Uffing zum Brückenwirt in Eschenlohe


Das Hanfstaegl-Haus in Uffing. Der Verhaftungsort von Adolf Hiltler nach seinem 1923er Putschversuch. Foto HJHereth
Vom Hanfstaegl-Haus gehen wir ein Stück zurück zur Bahlsen-Grundschule. Vor dieser geht ein schmaler Fußweg bergab, der beim Bistro „Hopfi“, früher „Ente -2 Knödel“, herauskommt. Links abbiegen und der Straße Richtung Murnau weiter folgen, bis links die Galveigenstraße abzweigt.

Erste Entscheidung:der Straße folgen, bis der Fußweg aufhört und weiter am Straßenrand bis nach Rieden. Der Kilometer ist nicht so schön, weil man doch den Autos ausweichen muss. In Rieden einen Blick auf das Schloß und die Kapelle werfen und dem Fußweg rechts von der Straße folgen. Nach einem kurzen Stück Schotterstraße biegt der schmale Fußweg ab, der durch die Wiesen nach Seehausen führt umd beim Gasthof Post endet. Hinter diesem zweigt eine Straße rechts ab, die am See entlang zum Seebad Murnau führt. Von hier aus geht es dem Berg hinauf zum Wohnhaus der Gabriele Münter (von dort den Berg abwärts zum Tengelmann-Komplex. Ab hier laufen die Wege wieder zusammen).

Alternativ kann man ab der Post auch der Straße nach Murnau bis zum Bahnhof folgen (Fußweg). An dem Kreisel links die Strasse hoch und dann gleich wieder rechts zur evangelischen Kirche von Murnau. Hier stösst man auch wieder auf den unten beschriebenen Weg.

Der andere Weg führt in Uffing die Galveigenstraße entlang über die Bahngleise. Rechts biegt ein schmaler Schotterweg ab, der paralell zu den Bahngleisen bis nach Seehausen führt und einen schönen Überblick auf den Staffelsee und die umliegenden Landschaft gewährt.
Er endet in Seehausen in der Römestraße der wir bis zu ihrem Ende folgen. Nach einer Rechtskurve sieht man schon den Bahnhof von Murnau. Wir zweigen aber am Straßenende links und dann gleich wieder rechts ab und kommen bei der Kapelle St. Mauritius in Riedhausen raus (vorher liegt der Hacklhof, der erste Bioladen des Landkreises). Die Strasse weiter kommt man zur evangelischen Kirche.
Vom Hanfstaegl Haus zur Galveigenstraße ca. 1 km, von dort über den Bahndammweg nach Murnau 6,9 km (Murnau Mariensäule am Obermarkt), über Rieden ist es etwas kürzer. Das kann man in einer guten Stunde gehen.

Rechts weiter bis zum Rewe Supermarkt, dort die Straße überqueren und der abzweigenden Straße folgen. Man kommt jetzt an dem ehemaligen Wohnhaus von Horwarth vorbei.
Die nächste Straße links bis zum Griesbräu, einer von 2 noch aktiven Brauereien in Murnau mit zugehörigen Gastwirtschaften – die andere ist der Karg am Untermarkt. Durch den Torbogen durch und man steht am Murnauer Obermarkt,

Obermarkt in Murnau. Foto HJHereth
der wirklich gelungenen und von der Bevölkerung wie den Gästen auch angenommenen Fußgängerzone. Diese bergab gehen und bis zur VR Bank gehen. Rechts neben dieser gibt es in der Gelateria Gabbrielli das beste Eis von Murnau. Gegenüber befindet sich ein Brunnen mit einer Georgsskulptur und der Stifterplakette von Prinzregent Luitpold.

Geht man am Wohnhaus von Horwarth gerade aus weiter und biegt nach der alten Post rechts ab gelangt man zu dem gegenüber dem Kurhaus Murnau stehenden Denkmal für Ludwig II., das 8 Jahre nach seinem Tod  1894 vom Murnauer Gebirgstrachtenerhaltungsverein errichtet wurde. Es ist das erste dieser Art, an dem sich dann auch prompt der Volkszorn entlud. Den Weg zurück zur Post und dann links Richtung Obermarkt weitergehen.



Erste Denkmal für König Ludwig II. von Bayern. Foto HJHereth
Ein Stück weiter auf der anderen Straßenseite befindet sich die legendäre Lavazza-Bar, die nicht nur mit dem Chic der 50er Jahre besicht. Ab 8 Uhr gibt es dort Italien in Bavarese. So gestärkt kann man auch noch dem Murnauer Schloßmuseum einen Besuch abstatten mit seiner schönen Sammlung des Blauem Reiters, dem Horwarth Archiv und seinen überregional beachteten Sonderausstellungen.

Den Untermarkt immer weiter gerade aus. Jetzt ist man wieder auf der Bundesstraße B2 Richtung Garmisch. An der Eisenbahnunterführung sieht am rechts eingemauert, wem 1935 hierfür zu danken war.

Bahnunterführung an der B2 von Murnau Richtung Süden. Foto HJHereth
Kurz danach führt links eine Straße nach Hechendorf. Folgt man dieser geht der Weg wieder parallel zur Bahntrasse nach Hechendorf, wo man auf das erste Schild „Römerweg“ stößt, das uns bis Eschenlohe begleiten wird. Diese Weg ist ein bisschen weiter, führt aber nicht auf der Fahrradtrasse neben der B2 einher. Die beiden Wege treffen sich wieder an der Brücke der Ramsach wo links der geschotterte Radweg weiter Richtung Garmisch führt. Diesen folgen wir, bis der Römerweg links abzweigt. Vorsicht, man muss die B2 überqueren mit viel Verkehr und Autos mit hohem Tempo. Wenn das geschafft ist fängt der schönst Wegabschnitt an. Er führt zu „Bibers Paradise“ mit einem schönen Sumpfsee und dem aufgefüllten Schotterabbruch des Moosbergs am Weidmoosgraben. Auch hier findet man überall aktive Biberspuren. Wer will, kann hier baden. Doch Vorsicht. Der See, so schön auch aussieht ist, ist der mit Wasser gefüllte Schlund des alten Bergwerks. Seine Wände fallen steil nach unten und er wird nie so ganz warm. Bleibt man auf dem Weg kommt man bald zu einer Informationtafel, die einem die Geschichte dieses Ort (Römersiedlung, Bergwerk) nahebringt. Jetzt weiss man auch, warum man auf dem Römerweg ist.



das blaue Land. Foto HJHereth

Blick von Hechendorf zum Wettersteingebirge bei Garmisch-Partenkirchen. Foto HJHereth
Dem Weg durch das geschützte Murnau Moos folgen. Wenn man kein Zeichen findet ist der breite Schotterweg immer der richtige. Das Murnauer Moos ist berühmt für seine Blumen- und Pflanzenvielfalt und ist eiin Ort seltener Vögel. Dort haben sich nach Jahrzehnten der Absenz wieder der große Brachvogel angesiedelt, der dort auch brütet. Deshalb ist der Weg zum Weghaus bis Ende Juni gesperrt. Geht man den Weg ab dieser Zeit führt er gerade Richtung Süden auf den weiteren Zufahrtsweg, zu einem anderen Abbruchkogel führt. Doch wir bleiben links, folgen dem Römerwegschild und kommen beim Weghaus raus, nachdem wir die Autobahn überstiegen haben. Dort die rechte Straße nehmen. Jetzt heisst es wieder die B2 überqueren. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite führt ein Trampelpfad zum Werdenfels-Radweg, der sich an der Loisach entlang schlängelt. Diesem nach rechhts folgen. Links die Loisach, rechts das ehemalige Schotterbergwerksgelände und jetztige Gewerbegebiet. Nach einem Bauernhof, der sich die Zucht und Nutzung der seltenen Nutztierrasse Murnau-Werderfelser Rind verschrieben hat gelangt man zum Eschenloher Brückenwirt.

Ab Murnau hat man dann weiter 13 km geschafft und wir wohl 4 Stunden unterwegs gewesen sein. Auf dem kleinen Hügel sieht man eine Kapelle. Dort war früher die Burg des Grafen von Eschenlohe. Noch früher war dort eine Römersiedlung, als Wegstation der Via Raetia. Dieses Jahr kamen bei Ausgrabungen im Eschenloher Moor ungewöhnlich gut erhaltene Straßenteile, die Kaiser Claudius als Rückzugsweg seines Britannienfeldzuges im Jahre 43 n. Chr. anlegen ließ.

Durch den Luftschutztunnel der Eschenloher Bevölkerung kann man diesen besteigen. Ob die Zwangsarbeiter, die in dem Tunnels, durch die die B2 führt und die damals für Flugzeugwerke Messerschmitt Flugzeugteile herstellen mussten, darin bei Luftangriffen auch Zuflucht suchen durften, weiss ich nicht. Wohl eher nicht. Jedenfalls zweigt hier eine anderer Wegverlauf der Römerstraße Richtung Grafenauschau ab
Jetzt entscheidet sich wie fit man ist. Pause und weiter oder Tagesrast.

So oder so, muss man die Loisachbrücke überqueren und an der Straßenkreutung findet man schon die Umgebeungskarte von Eschenlohe. Mit Beginn der Krotenkopfstraße beginnt die nächste Etappe. Der Weg zur Hohen Kiste und zu Krottenkopfhütte. Die Wegzeit, die hier angezeigt ist beträgt 4-5 Stunden,
© 2019 • Dr. Hans-Jürgen Hereth • Wertschätzung