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Wildern
Wanderung

Der Floitenschlag

Mit dem Bus Nr. 4 fährt man von Mayrhofen nach Grinzling (30 Minuten) und steigt am Naturparkhaus Grinzling mit angegliederten Fremdenverkehrsbüro aus. Von hier aus geht nach ca. 200 Meter die Straße in Richtung Floitental weiter bis man links auf das Hinweisschild „Grinzlinger Rundweg“ stößt. Diesem Weg über die Fußgängerbrücke folgt man. Erst hier findet sich ein Hinweisschild auf den Floitenschlag. Von hier aus geht es 1 Stunde sehr steil den Berg oder besser gesagt die Wand hinauf. Das ist ein echter Büßerweg. Die Kinder vom Floitenschlag mussten ihn, wenn sie zur Schule gegangen sind täglich 2x bewältigen. Nach einer ¾ Stunde zweigt ein rot markierter seilversicherter Weg links ab. Diesen nicht nehmen, es ist der Ausstieg aus dem Klettergarten „Ewige Jagdgründe“ und mit den Schwierigkeitsstufen 4-10 auch einer der schönsten in Europa. Also weiter gerade aus hinauf. Am Floitenschlag angekommen kann man am greifbar nahen Gegenhang die Steilheit des Tales an dieser Stelle erkennen.

Gegenhang des Floitenschlags, Foto HJHereth, www.fluchtwege.eu
Viel Wiese gibt es auf diesem Flecken Erde auch nicht. Wie man dort oben leben und überleben konnte, bleibt einem heute schleierhaft. Jedenfalls gibt es auf diesen Weg so viele verschiedene Pilzsorten wie ich sie noch niemals auf einem Platz gesehen habe.
 
Nach einer weiteren Stunde steilen Weges erreicht man die Alm Hochegg. Viele Schilder verweisen darauf was alles verboten ist, da die Alm sich in Privatbesitz befindet. Dennoch lohn der Aufstieg. hat man doch einen traumhaften Ausblick auf alle drei sich von Grinzling aus erschließenden Täler.

Rundblick vom Waldegg, Foto HJHereth, www.fluchtwege.eu
Von hier aus kommt man nicht viel weiter. Hoch auf den 2600 m hohen grasbewachsenen Hochegg führt ein schmaler Pfad, der aber bei Trockenheit begehen werden sollte. Bei Nässe ist der Weg glitschig und lebensgefährlich. Links hinter der Alm führt ein Jägersteig auf langen Weg ins Tal. Mir hat der Anblick der ersten zu querenden, tief abfallenden Wand schon genügt und bin deshalb den gleichen Weg hinrunter wie hinrauf gegangen. (Ein oder zwei Blicke von unten haben mich von der Richtigkeit meiner Entscheidung überzeugt). Den Weg nach Mayrhofen zurück kann man zu Fuß bewältigen (ca. 3 Stunden) oder geflissentlich erneut den Bus nehmen. Wenn nicht gerade Almabtrieb ist bekommt man auch einen sicheren Sitzplatz.
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Floitenschlag Wanderung 2
 
Das Stillputal ist kein Tal, in dem man verweilen will. Nichts desto trotz, die Grüne Wand Hütte ist urig und die Wirtsleute nett und zuvorkommen – findet man auch nicht immer, der Handyempfang ist super. Wenn man nach dem Weg fragt, sagt der Wirt „da neben dem Kar hoch“, kann man sich keinen Weg dort vorstellen, so steil wie es da ist – geht aber doch. Da man auf der Ostseite aufsteigt, kann man beim Aufstieg an sonnigen Tagen ganz schön ins Schwitzen kommen. Kühlung bieten die querenden Wildbäche. Nach eine Stunde findet man sich im vollen Alpenrausch und einer grandiosen Kulisse wieder. 500 Hm hat man geschafft und sich die Pause verdient. Kurz danach kommt der Abzweig zur Zillertaler Runde, den man bergauf weitergeht. Nur nicht verzagen: die sichtbare Kuppe ist immer noch nicht die Lapenscharte, auch die nächste und übernächste nicht. Irgendwann wird der Weg wegen der Steine mühsam zu gehen, doch meist bleibt er gut sichtbar. Wie es bergauf so ist – der Blick ist oft am Boden um den nächsten Schritt zu sichern. Dabei kann man aber allerhand entdecken. Nicht zu unrecht wurden in dieser Gegend viele Edelsteine gefunden. So kann man auch am Wegesrand ein Stück Bergkristall finden. Ab der Lapenscharte geht es knieschonend auf guten Weg bergab. Die Greizerhütte ist ein echtes Highlight. Die Wirtsleute nett, der Kaiserschmarrn, der beste seit langem, zudem günstig, und der Ausblick superb. Auch der Abstieg hat es in  sich. Im Floitengrund gibt es eine Wegegemeinschaft. Gott sei dank hat diese kein Geld und so ist die Forststraße und der Bach, ebenso wie das ganze Tal ziemlich naturbelassen; das findet man in unseren Alpen selten. Zum Rasten braucht man nicht unbedingt die Almen. Der Bach und dessen Ufer können damit bestens konkurrieren.
 
Grüne Wand-Hütte (1436 Hm)-Lapenscharte (2702 Hm)-Greizerhütte (2227 Hm)-Steinbochhütte (1380) Floitengrund/Ginzling 985 Hm
↑1266 Hm, ↓1717 Hm
offizielle Gehzeit 3-4 Stunden
Mit dem Tälertaxi zur Grüne-Wand-Hütte (Busverkehr Stilluptal, 05285-63423 oder 0664-2006596) ab Mayrhofen Europahaus 8 oder 8.30, 7 Eur einfach
Tälertaxi Floitenschlag 0664-1029354, am besten vorbestellen, da der Netzempfang im Floitengrund sehr schlecht ist. Das Taxi fährt bis Talstation der Transportgondel, von da bis Mayrhofen
Grüne Wand Hütte, Fam Ehammer, 0664-5361460
Greizer Hütte: 0043-6641405003
Karte Kompass 037 oder AV, besser aufklappbar
© 2017 • Dr. Hans-Jürgen Hereth • Wertschätzung