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Oberpfalz
Sautreiber

Grenzüberschreiten nach Sautreiberart

Der „Sautreiberweg“ bei Schönsee im Oberpfälzer Wald. Er könnte auch Ochsen-, Tabak-, Rum- oder Salzweg heißen, denn das waren die Güter, die auf ihm über die tschechischen Grenze transportiert wurden. Die „Pascher“, oder „Gerußten“, wie sie im Volksmund genannt wurden, waren kleine Schmuggler, die ums Überleben kämpften und ihre Not lindern wollten, sondern zumeist gut organisiert Banden, die ganze Wagenladungen verschoben. Relaisstationen waren die Wirtshäuser an der Grenze. Hier, wie in der Grenzwirtschaft in Dietersdorf spielten sie oftmals mit den trinkfreudigen Grenzern Karten und hängten ihnen manchen Rausch an, um sich deren Umhänge und Pferde bemächtigen zu können. Äußerlich nun den Grenzern ähnlich riefen sie die im Wald lauernden Zöllner ab und konnten so in aller Ruhe ganze Viehherden nach Deutschland treiben.
 
Erhalten geblieben ist die Gastwirtschaft Gerstmeier im Schönseer Ortsteil Friedrichshäng. Nur 20 Mater vor der Eingangstür zur Wirtschaft befindet sich der Schlagbaum zur Tschechischen Republik. Der gibt sich heute ganz als „Schwarzer“-Zentrum: es gibt Freilichttheater rund um die Pascher, Schmuggelwurst und Schmuggelbier und von der nahen Grenze wahrscheinlich auch geschmuggelte Zigaretten.
 
Ein bequemer Wanderweg führt auf den Spuren der „Pascher“. Er verläuft entlang der bayerisch-böhmischen Grenze an einer überlieferten Schmuggelstrecke von Rackenthal über Schönsee nach Schwarzbach und dort weiter nach Weiding. Die 23 km lange, leicht hügelige Strecke kann zu Fuß wie auch mit dem Rad begangen(-fahren) werden.
 
Tourist-Information Schönseer Land
im Centrum Bavaria Bohemia Freyung 1
92539 Schönsee
Tel. 09674-/317
Fax 09674/913067
www.schoenseer-land.de

Ein weiterer Schmuggler-Wanderweg zwischen Bayern und Böhmen hat seinen Startpunkt ist der Parkplatz in Lambach. Über bequeme Waldwege und Pfade erreicht man die tschechische Grenze an der Großen Brandwiese. Was heute ein wildromantischer Waldwanderweg ist, war bis vor nicht allzu langer Zeit Knotenpunkt und Umschlagplatz der Schmuggler. Unter den Schmugglern befanden sich sogar Kinder. So berichtet eine Lamerin: "Ich war 12 und noch schulpflichtig, als meine Mutter erstmals sagte, dass ich mit ihr ins Böhmische gehen müsse. Früh um zwei Uhr zogen wir los, mit einer Kirn, meist mit Salz gefüllt. Aus Böhmen holten wir Zucker, Mehl, getrocknete Schwammerl, Tabak, Geschirr, aber auch Seide und Spitzen. Am besten ging der Schnaps …"Nach circa drei Stunden Gehzeit und einem felsigen Gipfelweg kommt man am Großen Osser an. Der Abstieg verläuft über die Künische Kapelle und die Osserwiese zum Hochseilpark und von dort aus wieder zurück nach Lambach.

Touristinfo Lam
Öffnungszeiten:
Montag - Donnerstag: 8.00 - 17.00 Uhr
Freitag: 8.00 - 13.00 Uhr
Samstag: 10.00  - 12.00 Uhr
Tel. 09943 / 777
Internet: www.lam.de
 
Außerdem gibt es jeden Donnerstag eine Wanderung nach Gosel (Kozly) und zum "Grenzüberschreiten"  zum Museumsdorf Taubrath (Doubrava) auf
Treffpunkt: 10.00 Uhr bei der Gäste-Info
Wunsch am Säuerlingshammer vorbei und
zum Vulkanschlot Eisenbühl (ca. 5 Std.)
© 2017 • Dr. Hans-Jürgen Hereth • Wertschätzung