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Kosaken
Wanderung

Auf der Respectus-Straße zu den Orten der Erinnerung

Der 1360 m hochgelegene Schartenpass bildet einen tiefen Einschnitt im Karnischen Kamm und ermöglicht einen leichten Übergang von Venetien in die Alpen. Über das Tal des But erreicht man das Gailtal und von dort über den 970 m hohen Gailbergsattel das Drautal. Von hier aus kommt man in allen Himmelsrichtungen weiter.
 
Die Plöckenstrecke stellt einen Ausbau des eiszeitlichen Wegs dar und gewährte ab dem 3. Jahrhundert n. Chr. befestigten Eingang in die Provinz Itenerium Antonini. Erfahrene, in Gilden organisierte Säumer und Träger gewährleisteten dort, ähnlich wie am Großen St. Bernhard, den Transport von Ware und Mensch. Entlang des Weges gab es mehrere Rast- und Versorgungsstationen.
 
Es sind vier verschiedene Trassen überliefert: die Veneterstraße, von der es im südlichen Abschnitt keine Zeugnisse mehr gibt, die aber von der Valentim Alm bis nach Mauthen heute noch als „Alter Weg“ oder „Heidensteig“ bekannt ist. Die Respectus-Straße, benannt nach der gleichnamigen Inschrift, stellt eine Wiederherstellung des Veneterwegs durch Respectus dar.. Schließlich gibt es noch die Hermia-Straße und die Valentinianstraße, die 1933 dem Bau den neuen Straße weichen musste. Noch im 19. Jahrhundert waren große Teile der römischen Straße bekannt und gangbar. 1809 erfolgte während der Tiroler Befreuungskriege der Rückzug vor den Franzosen „über die alte Römerstraße“ und 1886 wird vermeldet, daß beim Bau der modernen Straße die alte auf Paßhöhe gesprengt wurde. Massiv wurde im 1. Weltkrieg durch Bunker, Sperrmauern u.ä. sowie in der Zeit danach durch intensive Bebauung der Charakter der Straße und ihrer Umgebung verändert. Römische Reste sind nur noch erahnbar vorhanden. Auch auf der Nordseite des Passes haben sich außer Streufunden keine römischen Relikte erhalten anhand deren der Straßenverlauf rekonstruierbar wäre.
 
Der vermutete Weg lädt als ausgeschilderter „Römerweg“ von der Theresienhöhe entlang des Cellon/Frischenkofes zur Valentinalm und den Valentinbaches talabwärts zum Wandern ein. Ab Heldenfriedhof entlang der alten Römerstraße (5 Stunden vom Plöckenpaß bis Mauthen). In Villach gibt es ein spätantikes Kastell direkt neben dem Warmschwimmbad.
 
Karnische Höhenweg KHW 403 = Alta via Carnica = „Alpiner Wanderweg 403
besonders Abschnitt 5, Weg läuft in O-W-Richtung entlang der österr.- ital Grenze, bzw. den Verschanzungen der Weltkriege (= „Friedensweg“ der Dolomitenfreunde. Er führt vom Ortler bis Isonzo, www.dolomitenfreunde.at)
Tourismusbüro Kötschach-Mauthen
Tel: 0043 47158516
info@koemau.com
Broschüre mit Etappenangaben:
Österreichischer Alpenverein, Sektion Austria, A-1010 Wien, Rotenturmstr. 14, Tel: 0043-15131003
 
Orte des Erinnerns in Lienz (Osttirol):
Der Kosakenfriedhof befindet sich an der ersten Lagerstätte der Kosaken nach ihrer Ankunft in Lienz gelegen, direkt an der Drau im Ortsteil Peggetz. Der Obelisk mit der Dornenkrone bildet seit 1983 die zentralen Gedenkstätte der „Tragödie an der Drau“. Ein Gedenkstein ehrt am Ortseingang von Tristach Helmuth von Pannwitz. Bei Lanau kann man noch Reste der Kosakenschmiede finden. Im Gasthof Fischerwirt in Lienz befand sich das ehemaliges Hauptquartier des Kosaken-Generals Domanow. Auch im Tammerburger Waldele (unterhalb der Tammerburg) befand sich eine Lagerstätte der Kosaken.
 
Cercivento im Friaul, Ort mit Kosakenanteil in der Bevölkerung. Von dort stammt der spätere Pater der Vico Morassi, dem die Kosaken in Timau den italienischen Währungsanteil ihrer Kasse mit der Auflage überließen, dort, eine Kirche für sie zu errichten und für sie zu der „Allerheiligsten Gottesgebärerin“ zu beten. Als Voco Morassi von dem schrecklichen Ende der Kosaken hörte, begann der mit Unterstützung der Dorfbevölkerung mit dem Bau der Kirche. Sie wurde die größte in Timau und besitzt angeblich das weltgrößte Holzkruzifix.
 
Kärnten Information
Gästeservice
Casinoplatz 1
A-9220 Velden
Tel: 0043-4274-5210061
www.kaernten.at
info@kaernten.at
vermittelt Touren (Kosakenweg, Touren durch die „Alpe Adria“) mit dem Bergführer Walter Mamelof, einen Nachfahren der in Kärnten heimisch gewordenen Kosaken (0043-664-1355743)
© 2017 • Dr. Hans-Jürgen Hereth • Wertschätzung