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Carl Lehmann - Lenin
Wanderung

Bärenrast, Wolfsschlucht, Adlerweg, Hahnkampl und Lamsenjoch. Auf den Wegen von Jägern und Gejagdten

Die Wanderung orientiert sich an der historischen Erschließung der Lamsenjochhütte von Stans aus über das Stallental. Heute wird die Hütte bevorzugt über Hinterriß und den Großen Ahornboden begangen (Alpenverein „Karwendeltour“ bzw. mit dem Moutainbike von Scharnitz aus durch das Karwendeltal ).
 
Inntalautobahn Ausfahrt Schwaz (von München 120 km), von dort Richtung Vomp in Stans linkerhand das Benediktinerstift St. Georgenberg-Fiecht vorbeilassend und immer gerade den Berg rauf. Auf vereinzelte kleine Schilder „St. Georgenberg“ oder Lamsenjochhütte achten und diesen folgen. Nach ca. 10 minütiger Autofahrt das Fahrzeug auf den Pilgerparkplatz „St. Georgenberg“ stehen lassen und der geteerten Forststraße folgen. Nach ca. 500 Meters zweigt der ungeteerte ebene Weg zu dem auf einer Felsnase sitzenden St. Georgenberg, dem Wallfahrts- und Besinnungszentrum der Abtei St. Georgenberg-Fiecht,

Kloster St. Georgenberg-Fiecht, Foto HJHereth, www.fluchtwege.eu
rechts ab. Jeden 13. des Monats kann man von Mai bis Oktober dort an einer Nachtwallfahrt teilnehmen und sich in der Klosterwirtschaft verköstigen lassen. Dies kann man auf normalen Weg auch nach einer dreiviertel Stunde bewerkstelligen. Zurück geht es bergauf nach Hinterwies (3/4 Stunde). Von dort gelangt man, dem Weg zur Lamsenjochhütte folgend, in 20 Minuten zur „Bärenrast“,

Bärenrast-Vomp, Foto HJHereth, www.fluchtwege.eu
der Gedenkstelle für den letzten in Österreichisch vor der Neuansiedlung geschossenen Bären. Dort umkehren und den Weg ab Hinterwies durch den Wald Richtung Bauhof/Stans zurück zum Auto. Das war die meditative Spaziergangsvariante.
 
Zur anspruchsvollen Bergtour durch das einsame Stallental fährt man mit dem Auto am besten bis zum neugeschaffenen Wanderparkplatz hinter der „Bärenrast“. Von dort der Straße folgend bis zur bewirtschafteten Stallenhütte. Soweit geht es auch mit dem Mountainbike.
 
Ab hier entweder zur Lamsenjochhütte (Gehzeit ab Pilgerparkplatz 4 ½ Stunden, der Lamsenjochwirt verkürzt die Zeitangabe jeweils um eine Stunde, ab Bärenrast 4 Stunden) mit Übernachtung zurück über Gramaier Grund (die 600 Höhenmeter muss man leider auf der anderen Seite wieder aufsteigen) zum Lunstsattel  und Rizuekhals. Von hier links entweder auf langen Weg von der Nauders Alm und das Ochsenkar über den Seiergraben nach St. Georgenberg oder rechts über die Nauderer Stiege den Grubachgraben entlang zur Stallenhütte und den gleichen Weg zurück zum Auto.
 
Es gibt aber auch noch eine landschaftlich schönere Variante:
Vom Stanser Bahnhof geht man in ca. 10 Minuten zum Parkplatz Wolfsschlucht. Von hieraus geht es nach Bezahlung der „Wolfsmaut“ auf 356 Stufen durch eine der schönsten Klammen Tirols zum Kloster St. Georgenberg. Die Gehzeiten beträgt ca. 1 Stunde.
 
Die Wolfsschlucht hat ihren Namen angeblich von dort streunenden, hungernden Wölfen erhalten. Auch war die Schlucht Fluchttunnel in der angrenzenden Bergbauregion – das Schwazer Silberbergwerk war bis zur Entdeckung Amerikas das größte in Europa. Die Fugger konnten sich mit seinem Ertrag ihren kontinentalumspannenden Einfluß sicher. Am Ende der Wolfsschlucht thron das burgartige über einer Felskante erbaute Benediktinerstift St. Georgenberg-Fiecht. Es bietet heute allen Zivilisationsgeschädigten ein zeitbefristetes Refugium in klösterlichen Leben.
 
Unterhalb von Georgenberg führt eine Brücke über den Stallenbach nach Vomp (Bauhof). Der Straße ca. 300 Meter folgen und rechts Richtung Stallenalm abzweigen. An dieser Kreuzung verläuft auch der hiesige Jakobsweg. Durch Buchenwälder geht es bequem auf schmalen Weg oberhalb der Schlucht der Stallenbaches aufwärts (Doch Vorsicht bei Regen: da wird der Blätteruntergrund schnell rutschig). An einer starken Rodungsstelle führt der Weg weiter bergauf (nicht beschildert) durch einen Mischwald aus Fichten und Föhren. Oberhalb der Bärenrast kommt man dann auf die Forststraße Richtung Lamsenjochhütte. Man muss ihr leider bis zur ersten großen Weide folgen. Von dort führt links ein Weg führt Wiese und Latschen, der unterhalb der Stallenalm wieder in die Straße gabelt. Für den nun folgenden 2-stündigen steilen Aufstieg zur Lamsenjochhütte sollte man hier einkehren oder am schönen Bachufer rasten. Wenn man aufpaßt findet man den Fußweg, der immer wieder die Straße verläßt und in Serpentinen abkürzt. Auf einer Anhöhe verläßt er dann als gekennzeichneter Weg die Forststraße und führt unterhalb der Rotwand zur Lamsenjochhütte.

Lamsenjochhütte, Foto HJHereth, www.fluchtwege.eu
Nach guten 4 Stunden Wegzeit genießt man die verdiente Pause. Den sich hier bietenden Blick hat auch schon Lenin genossen. Auch die Arbeiten des zur Lamsenjochspitze führenden Tunnels fallen in die Frühzeit dieser alpinen Erschließung.
 
Auf der Hütte oben ergeben sich nun verschiedene Wegvarianten: den gleichen Weg zurück, den steilen Weg zur Gramaialm absteigen und über den Lunstsattel und die Nauderer Stiege wieder zurück zur Stallenhütte, wobei  jeweils 700 Hm (runter, rauf, runter) zu bewältigen sind, oder dem „Adlerweg“ nach Pertisau folgend und von dort mit der Achenseebahn nach Jenbach und weiter nach Stans zu fahren.
 
Hochalpin und nur mit genügender Erfahrung gelangt man über den Brudertunnel zur Lamsenjochspitze oder das Zwerchloch entlang des Zwerch- und späteren Vomper Bachs zur Karwendelrast und über den Alpsteig zum Parkplatz Bauhof in Vomp. Alternativ kann man den Weg auch ab Brudertunnel über die Rotwandspitze und die Steinkarlspitze auf Klettersteigen begehen.
 
Weniger anspruchvoll aber auch mit Kitzeln verbunden ist der Aufstieg zum Hahnkampl (Weg Richtung Binsalm, Eng, rechts abzweigend). Die Stellen mit den tiefen Einblichen zur Gramaialm sind seilversichert. Über den Binssattel steigt man zur Gramaialm (Hochleger) zur Gramaialm ab (Übernachtung) oder alternativ zur Eng. Der Weg sieht harmlos aus, ist aber beim Abstieg stellenweise ganz schön rutschig. Ab der Binsalm muss man der Forststraße folgen, bis rechts ein unmarkierter Weg abzweigt. Folgt man diesem kommt man direkt vor dem Alpengasthof Eng heraus. Am Wochenende und bei schönen Wetter ist es hier im berühmten Ahornboden kaum auszuhalten. Eine wenig bekannte Übernachtungsmöglichkeit bietet die Eng Alm. Hier kann man gegen Vorbestellung abseits vom großen Gewusel in historischen Alm bequem nächtigen. In der Schaukäserei kann man die Brotzeit für den nächsten Tag erwerben und im Gasthaus den Tag mit dem grandiosen Blick auf die Karwendelspitzen ausklingen lassen

Touren um die Lamsenjochhütte
Auch Kletterer finden in direkter Hüttenumgebung zahlreiche klassische Kletterrouten und alpine Sportkletterrouten in allen Schwierigkeitsgraden. Im Oktober 2001 wurde mit Unterstützung der Wirtsleute Natalie und Walter Kröll-Bliem und der Sektion Oberland des DAV der Klettergarten "Dreamland" an der O-Wand der Lamsenspitze errichtet. Die Lamsenjochhütte ist Etappenziel der Weitwanderwege "Via Alpina“ und "Adlerweg“ und der Touren auf sie Lamsenspitze (2508 m, über den Brudertunnel), den Hochnissl (2547m), das Sonnjoch (2457m), Hahnkampl 2080 m (1½ Std.), Schafjöchl 2157 m (¾ Std.), oder den Rauher Knöll 2278 m (2½ Std.)
 
4-tägige Karwendeldurchquerung
Konditionell anspruchsvolle Bergtour mit den Etappen: Hinterriß – Falkenhütte – Eng – Lamsenjochhütte – Gramaialm
Von Hinterriß Haltestelle "Gasthof zur Post" geht es am ersten Tag auf dem Weg 231 durchs Johannestal und auf neuer Straße zum Kleinen Ahornboden. Den Wegweisern "Falkenhütte" folgend, gelangt man in den Ladizwald und zur schön gelegenen Ladizalm, danach in Kehren auf das Spielissjoch und schließlich hinauf zur Falkenhütte. Die nächste Etappe führt uns zunächst wieder zum Spielissjoch, dann unterhalb der spektakulären Laliderer-Nordwände zum Hohljoch und auf gutem Weg hinunter zu den Engalmen; Nächtigung im Alpengasthof Eng. Am dritten Tag geht man auf einem Fahrweg zur Binsalm und über das Lamsjoch zur Lamsenjochhütte, von der man am letzten Tag Richtung Gramaialm und Pertisau absteigt.
Jede Etappe lässt sich mit einer Gipfelbesteigungen kombinieren. Ausführliche Beschreibung finden man im Flyer "Die Karwendeltour", der in den Servicestellen der Sektionen München und Oberland kostenlos erhältlich ist oder unter Karwendeltour.
© 2017 • Dr. Hans-Jürgen Hereth • Wertschätzung